Wunsch- & Mangeldenken als Bindung
Wunsch ist eine Bewegung nach außen. Er entspringt dem Gefühl eines Mangels – dem Glauben, dass etwas fehlt. Wunsch projiziert Erfüllung in die Zukunft, als etwas, das erst erreicht oder erlangt werden muss.
Doch alles, was jemals gewünscht werden kann, ist bereits im Jetzt angelegt. Der Drang nach Mehr entsteht aus dem Vergessen der Allerfülltheit des Seins.
Allerfülltheit ist kein Zustand, der errungen werden muss – sie ist die Essenz des Lebens selbst. Dort, wo der Wunsch endet, offenbart sich eine stille Fülle, die unabhängig ist von äußeren Umständen und Zielen.
Wenn das Jagen und Streben aufhört, eröffnet sich eine andere Erfahrung:
die Gewissheit, dass das Unendliche bereits in der Tiefe des eigenen Seins gegenwärtig ist.
Wunsch bindet an Zeit, an Zukunft, an Werden.
Allerfülltheit aber öffnet den Zugang zur zeitlosen Gegenwart, in der nichts fehlt.
Aus dieser inneren Ganzheit entsteht wahres Handeln – frei, leicht und in Einklang mit dem Fluss des Lebens.
Alles, wonach gesucht wird, ist längst da – verborgen in der Stille des Seins.