Endlichkeit berührt das Unendliche
Der Tod bleibt eines der größten Geheimnisse unseres Daseins.
Er ist unausweichlich und zugleich unfassbar.
Keine Kultur, keine Religion, keine Wissenschaft konnte je endgültig klären, was nach dem Tod geschieht.
Endet alles – oder beginnt etwas Neues?
Es gibt Überlieferungen von Wiedergeburt, von einem ewigen Weiterleben in anderen Sphären, von einer Fortsetzung der Existenz in einer anderen Form.
Ebenso gibt es die Vorstellung, dass mit dem letzten Atemzug alles erlischt – als wäre Leben eine einmalige Flamme, die verlöscht.
Doch wie sicher können wir sein?
Weder der Glaube an ein Leben nach dem Tod noch die Überzeugung von einem endgültigen Ende lassen sich beweisen.
In diesem Mysterium bleibt nur eines gewiss: unser Nichtwissen.
Wenn wir das Nichtwissen annehmen, entsteht eine andere Möglichkeit:
zu leben, als würde es weitergehen.
Nicht aus Angst, sondern aus Würde und Achtsamkeit dem Leben gegenüber – diesem und vielleicht auch dem nächsten.
Auch rational betrachtet:
Würde die Existenz mit dem Tod enden, wäre das Prinzip der Schöpfung unvollständig.
Alles in der Natur deutet auf Wandlung hin, nicht auf vollständiges Verschwinden.
Geburt, Wachstum, Vergehen und Neubeginn – überall wirken Kreisläufe.
Der Gedanke an ein mögliches Weitergehen jenseits des Todes lädt ein, bewusster zu leben, tiefer zu fühlen und achtsamer zu wirken.
Was wir säen, könnte in einer Weise auf uns zurückkommen, die wir jetzt nicht erfassen können.
Und doch bleibt: Wir wissen es nicht.
Gerade diese Ungewissheit macht die Frage nach Tod und ewigem Leben zu einem Phänomen des Nichtwissens – ein offener Raum für Staunen, Demut und Hingabe.